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| zurück | | 09.04.2010, Freitag
| | | Junge Union Böblingen informiert sich über die Chancen und Risiken vom Einsatz Super Absorbent Polymers in ariden und semiariden Gebieten
| | Am Freitag den 09.04.2010 informierte der Böblinger Geoökologe Joachim Kleinmann, B.Sc die Junge Union Böblingen über den Einsatz von 'Super Absorbent Polymers' (SAP) in ariden und semiariden Gebieten. SAP sind Polymere die das vierhundertfache ihres eigenen Gewichts an Wasser aufnehmen und speichern können. Bisher werden diese Stoffe hauptsächlich in Windeln eingesetzt, jedoch erfreuen sie sich mittlerweile in Gegenden mit geringem Wasserdargebot steigender Beliebtheit. So konnten mit ihrer Hilfe in China mehrere tausend Quadratkilometer Wald aufgeforstet werden. Diese Erfolge macht SAP auch für die Landwirtschaft, besonders in Gebieten mit Bewässerungswirtschaft attraktiv. Da in der Bewässerungswirtschaft hohe Wasserverluste durch Tiefenversickerung auftreten, können SAP hier Abhilfe schaffen, da sie die Feldkapazität der Böden stark erhöht und so das Wasser länger im Boden speichert und gegen Versickerung schützt.
Da in diesen Gebieten jedoch meistens mit vorgereinigtem Abwasser bewässert wird, ist die Frage von Bedeutung, ob die im Abwasser gelösten Schwermetalle von den SAP absorbiert werden und somit sich im Boden akkumulieren. Erste Versuche zu dieser Frage bestätigen die Vermutung dass Cadmium sehr stark an den SAP sorbiert. Jedoch konnte die Sorptivität noch nicht endgültig quantifiziert werden. Ebenfalls sind noch keine Langzeitversuche zum Verbleib der SAP beendet worden, sodass noch die Frage nach der Abbaubarkeit bzw. den Metaboliten nicht abschießend geklärt ist. Bis die Umweltauswirkungen dieser Stoffe geklärt ist, werden noch einige Labor- und Freilandversuche nötig sein, so Kleinmann.
Die Junge Union hat nachfolgend zu Kleinmanns Referat lange über die Perspektiven dieser Stoffe diskutiert und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass ohne dem endgültigen Wissen über den Verbleib der SAP und die Sorbtivität von Schwermetallen keine Nutzung in der Landwirtschaft erfolgen sollte. Es wäre unverantwortlich, für den menschlichen Verzehr bestimmte Nutzpflanzen in Kunststoffen wachsen zu lassen, bevor endgültig geklärt ist, ob irgendwelche Probleme zu befürchten sind, so Kühn.
Somit beauftragt die Junge Union Böblingen die CDU Bundestagsfraktion sich dafür einzusetzen, dass keine Produkte die auf SAP gewachsen sind in Deutschland auf den Markt kommen dürfen solange keine endgültige Bewertung über eventuelle Probleme gegeben werden kann.
Bild: Joachim Kleinmann | |  | |
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